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Traumreise

Einige Reiseberichte von Traumreisen...



Verfasst am 20.05.2005 01:22:28 Uhr
Newcastle - die Wandlungsfähige
Die Zeiten der Montan- und Kohlenindustrie sind auch in Newcastle schon lange vorbei. Doch anders als viele andere Arbeiterstädte in Europa hat Newcastle den Wandel der Zeit nicht verschlafen. Die Stadt im Nordosten Großbritanniens hat sich gemausert. Heute gibt es moderne Hotels, Kunst, Kultur und ein größtenteils sehenswertes Stadtbild. Das zieht zunehmend auch Touristen an die Stadt am Fluss Tyne.

Highlights der Stadt sind die Hafenkais und die phänomenale Gateshead Millenium Brücke, die die Stadt und die Gateshead Quays miteinander verbindet. Seit den 70er Jahren hat sich viel getan. Als das Geld bringende Kohlezeitalter endete, drohte der wirtschaftliche Untergang. Viele junge Leute zogen in andere Städte um Geld zu verdienen. Knapp 20 Jahre der Ohnmacht folgten. Doch seit Anfang der 90er Jahre sieht es am Tyne wieder besser aus. Altes wurde heraus geputzt, Neues wurde erschaffen; seither ist die ehemalige Arbeiterstadt auf einem guten Weg. Bei einem Spaziergang durch die schmucke Grey Street in ihrem klassizistischen Stil oder den historischen Grainger Town Market kann man sich kaum vorstellen, dass die Stadt vor einigen Jahren ohne reale Zukunft da stand. Am auffälligsten wird der Fortschritt an den alten Hafenkais. Ehemals verfallen wurde sie in einer mehrjährigen Gewaltaktion nicht nur wiederhergestellt – sie sind schöner als je zuvor. In alten Speicherhallen und Gebäuden befinden sich heute trendige Kneipen, Kunstausstellungen, Szene-Restaurants und Hotels.

Die Kunst hatte in Newcastle lange Jahre fast nur auf dem Papier existiert. Heute sieht das ebenfalls ganz anders aus. Wer Newcastle besucht, wird am Baltic-Zentrum nicht vorbeikommen (wollen). Seit der Eröffnung im Jahre 2002 hat sich das Kunstzentrum zu einem der bekanntesten in ganz Großbritannien entwickelt. Ehemals befand sich in dem Gebäude am Tyne-Ufer ein unscheinbarer Getreidespeicher. Doch eine Architektngruppe baute das ehemals wenig berauschende Bauwerk zu einem ungewöhnlichen Kunstzentrum um. Neben den verschiedensten Ausstellungen kann man hier Künstlern auch bei der Arbeit zusehen. Aus dem Baltic-Restaurant hat man einem beeindruckenden Blick auf den Fluss Tyne, der Newcastle in den vergangenen Jahrhunderten am Leben erhalten hatte. Newcastle will seinen Absprung vom Kohlenzeitalter weiter bekannt machen. So bewirbt man sich unter anderem als europäische Kulturhauptstadt 2008. Wer sich für die Kunst nicht erwärmen kann, besucht die frisch renovierte Innenstadt von Newcastle. Hier gibt es nicht nur eine durchaus sehenswerte Fußgängerzone, sondern auch mehrere moderne Einkaufszentren, die auf der britischen Insel kaum einen Vergleich fürchten müssen.

Doch auch außerhalb des Baltic-Zentrums hat die Kunst in der Stadt einen großen Stellenwert. Das Projekt „Art of Riverside“ zieht sich durch die Stadt. Eine Vielzahl von Kunstwerken verschiedener europäischer Künstler kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad abgefahren werden. Man merkt es ganz deutlich. Schon aufgrund seiner Historie möchte Newcastle Kunst und Kultur nicht nur für einige Einwohner erlebbar machen. Abends wird in Newcastle gefeiert. Die Partymeilen sind weithin berüchtigt. Kneipen, Bars und schrille Clubs ziehen die Leuchte aus weiten Teilen des Landes am Wochenende an. Typisch britisch: in vielen Kneipen ist bereits um 23 Uhr Ende; dann locken nur noch die Discotheken und Bars rund um Bigg Market, Groat Market und an der Quayside.

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Verfasst am 20.05.2005 01:18:53 Uhr
London - Quirlige Metropole
Millionen von Touristen kommen aus der ganzen Welt jedes Jahr in die Megametropole an der Themse. Die Erwartungen an eine der wenigen Megacitys auf der Welt sind groß und werden trotzdem selten enttäuscht. London bietet viel - neues und altes, modernes und betagtes, schrilles und antiquiertes. Diese Stadt lebt, pulsiert, bebt bisweilen sogar. Während der Geschäfts- und Bürozeiten ist das Tempo der Leute auf Straßen, Gehwegen und der U-Bahn unberechenbar. Die Hektik ist unbeschreiblich groß; Entspannung gibt es nur abseits der belebten Wege oder am Wochenende.

London lässt keinen kalt, reißt einen unnachgiebig in seinen Bann. Buckingham Palace, Harrods, Towerbridge, Doppeldeckerbusse, St. Pauls Kathedrale oder das London Eye. Was ist hier eigentlich keine Sehenswürdigkeit? Und doch gibt es sehenswerte Plätze, die einiges bieten und nicht zu jeder Tageszeit aus allen Nähten platzen. Die Stadtrundfahrt im Doppeldecker ist für viele selbstverständlich. Doch bereits die Bustour mit den Linien 15 oder 23 bringt einen vorbei an einer Vielzahl von Sehenswürdigkeiten. Gerade noch an die legendäre Miss Marple an der Paddington Station gedacht, da sieht man schon Hyde Park, Oxford Street, Picadilly Circus und St. Pauls Kathedrale an sich vorbeirauschen.

Der Tower? Immer wieder einen Abstecher wert. Der Innenhof mit seinen satten Wiesen zeigt sich bei weitem nicht derart düster wie das mächtige Gemäuer von außen. Die Kronjuwelen? Muss man nicht gesehen haben. Von vielen kaum beachtet leben im Tower sechs mächtige Raben. Die Legende besagt, dass London untergeht, wenn die Raben aus der Stadt verschwinden. Daher sind sie seit Jahrhunderten eine Institution. Der gemütliche Derrek Coyle ist der Ravemaster. Als Soldat war der 61jährige unter anderem in Berlin und Nordirland stationiert. Heute sind die Raben seine wahre Leidenschaft. Im Wechseldienst betreut er sie zusammen mit seinem Team im historischen Tower. Auch zu Hause lebt Derrek Coyle nicht nur mit seiner Frau, sondern auch einem im vergangenem pensionierten Raben zusammen. Coyle kennt seine blau schimmernden Vögel wie eigene Kinder; spricht und lebt mit ihnen von früh bis spät.

London ohne grenzenlose Shoppingorgien? Einfach undenkbar! Die Einkaufsmöglichkeiten sind selbst für Londonkenner in dieser Stadt unüberschaubar. Daher sollte man seinem Gefühl und einem guten Stadtplan vertrauen. Die mächtigen Geschäfte an der Oxford Street sollten jedoch nur eine Zwischenstation sein. In den kleinen Gassen von Soho – rund um die bekannte Carnaby Street - gibt es weitaus bessere Möglichkeiten. Nach wie vor locken im Norden der Stadt den Campen Markets oder nach Covent Garden zur Piazza. Besonders exklusiv geht es in der Bond Street zu.

Wer allein shoppen will, tut der Stadt unrecht oder spart sich viele Sehenswürdigkeiten für den nächsten Londontrip auf. Sehens- und hörenswert ist die Londoner Philharmonie in der Royal Festival Hall direkt an der Themse gegenüber der imposanten Geheimdienstzentrale am Charing Cross. Kurt Masur hat in den vergangenen Jahren ein grandioses Orchester noch besser gemacht. Die Stühle sind allzu unbequem und haben schon bessere Zeiten gesehen. Das Publikum ist alles andere als elitär – die Kleidung ebenso. Doch die Musik: ein wahrer Genuss. Oft gibt es vor der Veranstaltung bereits kleine Konzerte in der Kantine – schrill. Am nächsten Tag gibt es noch genug Zeit, um durch den Hyde Park zu schlendern, das neue Churchill-Museum zu besuchen oder rund um die Liverpool Station eine letzte Einkaufstour zu beginnen. Auf dem Old Spitalfield Market wurde ehemals Obst und Gemüse gehandelt. Heute sind die Spitalsfields einer der wenigen Geheimtipps fürs Shopping in London. Jeden Sonntag findet ein überdachter Kunstmarkt statt. In der Umgebung gibt es kleine Geschäfte für Möbel, Accessoires und Kleidung. Besonders am Wochenende ist in den Markthallen viel los. Nach der Shoppingtour geht es wieder zurück zur Liverpool Station. Von hier fahren die Schnellzüge in Richtung Stansted.

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Verfasst am 20.05.2005 01:16:22 Uhr
Kurztrip Edinburgh
Man steht auf der Royal Mile und weiß gar nicht so recht wie einem geschieht. Edinburgh, diese Stadt will sich scheinbar nicht so recht entscheiden.

Da ist das gestern, hier ist das heute. Beides hat seine Verlockungen. Und gerade das macht wohl den Reiz dieser in der Vergangenheit umkämpften schottischen Hauptstadt aus.

Vor einer halben Stunde konnte man noch den Ausblick von Edinburgh Castle genießen. Die Burg liegt inmitten der Stadt auf einer kleinen Anhöhe. Der Ausblick auf Edinburgh mit seinen 450.000 Einwohnern ist prächtig; besonders im Sonnenuntergang. Doch auch wenn der Morgen die Oberhand über die Nacht gewinnt ist es hier berauschend – berauschend schön. In der Ferne blitzt der Arthur’s Seat. Der 350 Millionen Jahre alte Vulkan ist ebenfalls eine – zumindest visuelle – Touristenattraktion, obwohl er bereits vor langer Zeit erloschen ist. Zahlreiche Geschichte und Räuberpistolen gibt es trotzdem. Wir sind schließlich in Schottland. Edinburgh hat eine bewegte Geschichte. Die begegnet einem an allen Ecken und Enden der Küstenstadt. Seit 1492 ist Edinburgh die schottische Hauptstadt.
Es gibt über das Stadtgebiet verteilt mehr als 16.000 Gebäude, die als architektonisch oder geschichtlich bedeutsam eingestuft sind. Das herausragende ist Edinburgh Castle. Ein Rundgang ist für viele Pflicht; die Besichtigung der Kronjuwelen aus dem sechsten Jahrhundert ebenso. Pünktlich um 13 Uhr wird jeden Mittag ein Kanonenschuss abgefeuert. Früher wurde den Schiffen im nahe gelegenen Leith Harbour so die Uhrzeit mitgeteilt; heute ist es eine beliebte Touristenattraktion. Davon gibt es in Edinburgh eine Vielzahl. Der Hafen gehört fraglos dazu. Oftmals kann man hier prächtige Yachten bestaunen. Unter ihnen auch die königliche Yacht Britannia, die hier ihren ständigen Liegeplatz hat und mittlerweile besichtigt werden kann.

Am turbulentesten zeigt sich Edinburgh im Herzen der Stadt, rund um die Royal Mile und in den zahlreichen verwinkelten Gassen der Altstadt. Hier gibt es zahlreiche Geschäfte, die es so wohl nur in Schottland geben kann. An der einen Ecke kann man einem Stoffweber zuschauen; nur ein paar Meter weiter werden Dudelsäcke gebaut und der legendäre Whisky verkauft. Das renommierte Modegeschäft Harvey Nichols darf ebenso wenig fehlen, wie ein ausgiebiger Bummel durch die edlen Boutiquen der Princes Street oder die abgefahrenen Läden der Victoria Street. Zumindest hier muss man das das Londoner Szeneviertel Soho denken. Sonst ist England weit weg und die schottische Hauptstadt auf nahezu jede Art und Weise völlig anders. Besonders Hektik sucht man selbst zu Hauptverkehrs- und Einkaufszeiten vergeblich. Ausspannen kann man am besten in den zahlreichen Restaurants und Pubs. Die sind jedoch nichts für ruhige Gemüter. Der Lärm ist nicht selten ohrenbetäubend. Immer wieder trifft man auf kleinere Marktplätze, die dem Stadtbild einen besonderen Charme geben. Sie sind bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebt.

Besonders im Sommer ist Edinburgh ein Publikumsmagnet. In August und September findet das große Edinburgh International Festival mit unzähligen Kunst- und Kulturveranstaltungen statt. Doch auch im übrigen Jahr kommen Kunst, Kultur und Bildung eine besondere Bedeutung zu. Schließlich gibt es zahlreiche sehenswerte Museen. Edinburgh ist auch für seine drei Universitäten, Napier, Heriot-Watt und die University of Edinburgh bekannt. Ein Abstecher lohnt hier genauso wie nach New Town.

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Verfasst am 20.05.2005 01:14:02 Uhr
12 Tage Wales
Groß ist Wales beim besten Willen nicht; gerade einmal knapp die Hälfte von der alles andere als massigen Schweiz. Von Prestatyn an der Nordküste bis nach Cardiff im Süden sind es gerade einmal 250 km. Wer Wales hört, muss oftmals überlegen, wo der britische Staat überhaupt genau liegt. Dabei liegt Wales gerade einmal gute zwei Autostunden westlich von London. Metropolen wie Birmingham oder Manchester liegen noch näher an der Staatsgrenze. Wenn jedes Land seine eigene Farbe hätte, in Wales wäre es ein sattes grün. Das Land hat keine Megacitys und Regionen, in denen sich Millionen sammeln. Mit der Hauptstadt Cardiff im Süden, den nahe gelegenen Newport und Swansea hat man gerade einmal drei größere Städte. Das war es auch schon. Sonst drücken die unzähligen Dörfer dem grünen Staat seinen Stempel auf.

Bei einem Erstkontakt mit Wales empfiehlt sich eine Tour entlang der Südküste, vielleicht sogar mit dem Cabrio. Das Wetter ist bei weitem nicht so schlecht wie sein Ruf und mit dem geöffneten Dach und einem warmen Pulli kann man die beeindruckende Landschaft noch eine Spur urwüchsiger erleben als sonst. Kaum zu glauben, aber trotz der überschaubaren Landesgrenzen hat die Küstenlinie von Wales eine Länge von mehr als 1.200 km. Das reicht für mehr als einen Urlaub. Besonders bekannt ist an der Südküste zum Beispiel Barafundle Bay in Pembrokeshire. Der Strand wurde zum schönsten in ganz Großbritannien gekürt. Wer einmal dort war, weiß warum. Aber auch viele andere Strände an der Südküste laden zu Spaziergängen und lässigem Sinnieren im Sand ein. Doch es sind nicht die Küsten, die Wales bekannt gemacht haben. Das hügelige bis bergige Hinterland mit seinen unzähligen Seen und Bächen ist mindestens genauso beeindruckend. Waren es an der Küste Delphine und Robben, denen man begeistert zugesehen hat, so kann man weiter im Landsinneren zahlreiche imposante Raubvögel bestaunen.

Ein beliebtes Urlaubsziel ist der Lake District im Herzen von Mittelwales. Rund um Ortschaften wie Llanidloes oder Newtown kann man die Natur mit Händen greifen und möchte sie gar nicht mehr loslassen. Wieso immer auf speziell gekennzeichneten Wanderrouten trampeln? Mit rustikalem Schuhwerk und wetterfester Kleidung geht es querfeldein über die satten Wiesen. Vorbei an Zäunen und Schafen vergisst man schnell die Zeit. Auf den zahlreichen Erhebungen hat man prachtvolle Ausblicke in die Landschaft. Hier raue Steinfelder, gleich daneben satt grünes Weideland oder das faszinierende Moor. Es ist schwer, von Wales nicht in den Bann gezogen zu werden. Besonders Nationalparks wie Snowdonia oder Brecon Beacons schreien geradezu danach, hier einen ganzen Urlaub zu verbringen.

Das Angebot an turbulenten Städten ist dagegen deutlich kleiner. Jedoch auch die kleinen Städte und Ortschaften haben einen ganz besonderen Reiz und lassen einen einmal mehr auf Tuchfühlung mit der Geschichte gehen. Einen Abstecher zu historischen Burgen von Cilgerran, Caernarfon oder Conwy sollte man seinem Urlaubsplan schon gönnen. Bereits der Blick auf außen ist begeisternd schön. Wer sich in die Geschichte eintauchen lässt, vergisst die Zeit.


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